Schwedter Judokas beim Hanse-Cup in Greifswald

Mit sechs Teilnehmern starteten die Oderstädter beim hoch dotierten internationalen Turnier des Mecklenburg-Vorpommerschen Judoverbandes. Die Brüder Adrian und Fabian Tief, Lilli Mundt, Paul Berth, Tabea Wernke und Robert Bröske stellten sich leistungsstarken Kontrahenten, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Für das Turnier, welches an zwei Tagen in Greifwald stattfindet, waren noch weitere Judokas des Schwedter TSV Blau-Weiß 65 Schwedt e.V. vorgesehen. Durch krankheits- bzw. verletzungsbedingte Ausfälle konnten die TSVler leider in den Altersklassen bis 16 und bis 18 Jahre keine Starter stellen. Der Veranstalter meldete zu Beginn gleich einen Rekord, mehr als 700 Teilnehmer bevölkerten die Mehrzweckhalle eines Einkaufcenters. Sportschulen aus Schweden, Lettland, Dänemark und Polen reisten in großen Bussen an. Zahlreiche Kämpfer der Judovereine aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch aus Brandenburg und Berlin füllten die sechs Kampfflächen, um die herum wie in einem Hexenkessel die laute Geräuschkulisse der Zuschauer von den Tribünen widerhallte. Die voll besetzten Gewichtsklassen ließen auf harte Konkurrenz schließen. Hier hieß es, mit klarem Kopf und mit Ehrgeiz auf die Matte zu gehen, sonst würde man das Nachsehen haben. Und so war es auch, einzig eine Medaille konnten die sechs Schwedter mit nach Hause nehmen. Lilli Mundt (AK 10) konnte an ihren Erfolg im ersten Kampf, den sie gegen die Kontrahentin vom Judoverein Brüel vorzeitig für sich entschied, nicht mehr anknüpfen. In den folgenden Kämpfen schied sie aus. Debütantin Tabea Wernke verlor zwar alle ihre Kämpfe in der Altersklasse bis 12 Jahre, zeigte jedoch ein hohes Maß an Kampfgeist und Präzision. Hier darf man hoffnungsvoll auf die nächsten Turniere gespannt sein. Paul Berth und Adrian Tief schlugen sich wacker, konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Insbesondere Adrian Tief bearbeite seine Gegner immer wieder beidseitig mit tollen Schulterwurfansätzen. Leider unterlag er im Kampf um die Bronzemedaille dem Potsdamer Kontrahenten und erreichte immerhin Platz fünf in seiner Gewichtsklasse. Sein Bruder Fabian hatte es gleich doppelt schwer. Mit einem Kilo über dem Höchstmaß der Gewichtklasse bis 81 kg startete als leichtester Kämpfer in der Klasse bis 90 kg. Hinzu kam, dass der 16jährige Schwedter in der Altersklasse Männer startete. Was beim ersten Gegner aus Wismar noch vorzeitig gelang, wurde in den Folgekämpfen immer schwieriger. Trotzdem Fabian die Vorrunde meisterte und ins Halbfinale einzog, musste er sich letztlich mit dem fünften Platz begnügen. Insgesamt zeigte Fabian jedoch, dass er auch mit solchen Herausforderungen zurechtkommt. Kommen wir nun zum Ehrenretter der Schwedter Judokas – Robert Bröske. In der AK 12 und mit einem Gewicht von 36, 5 kg biss er sich durch bis ins Finale. Gleich im ersten Kampf gegen den Dänen Banke Hector, musste Robert eine harte Probe bestehen. Beide Kämpfer lieferten sich abwechselnd immer wieder Angriffe durch Eindrehtechniken, doch nur Robert erreichte im entscheidenden Moment den notwendigen Take-down, der ihm zunächst einen halben Punkt (Wazari) und dann die Gelegenheit zur Festhalte gab, die anschließend zum Sieg führte. Ein wahrer Hingucker war der Kampf zum Einzug ins Finale gegen Theodor Hesse vom SV Darß. Nach nur wenigen Sekunden führte der Schwedter bereits mit halbem Punkt nach einem schönen Konter mit einer kleinen Außensichel (Ko-Soto-Gari), nachdem Hesse versuchte über links einzudrehen. Danach dominierte Robert Bröske aktiv das Geschehen, jedoch konnte der Darßer sich immer wieder aus der bedrohlichen Eindrehlage bringen und den Schwedter rausdrücken. Irgendwann kam der richtige Moment und der TSV – Judoka stand akurat in seiner Technik, einem Hüftwurf rechts. Mit vollem Einsatz brachte Robert Bröske den Kontrahenten erst in die Luft und dann auf die Matte. Gleich ging er in den Bodengriff, doch der Kampfrichter entscheid schon auf technischen Vorteil und der Schwedter war im Finale. Als der Gegner aus dem anderen Pool für das Finale feststand, hegte sich ein leichtes Unbehagen beim Schwedter Finalisten Bröske. Schon zu oft gelang Karsten Kiefers vom SKV Müritz dass, was Robert auch diesmal nicht gelingen sollte. Leider konnte er sich wieder durchsetzen und Robert musste sich mit Silber geschlagen geben. Doch wir sind guter Dinge, dass es schon noch klappt. Vielleicht schon am nächsten Wochenende beim Sparkassen-Cup in Strausberg.

 

Matthias Schwarz

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